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Rhein-Zeitung vom
2.10.2009
"Frühlingserwachen" im Hüttenhaus Herdorf

HERDORF. Statt Mathematik
oder Biologie gab es im
Hüttenhaus für rund 300 Schüler (unter ihnen die Neuntklässler der
Kopernikusschule) Theater - live.
Die Aufführung von Frank Wedekinds Kindertragödie "Frühlings
Erwachen" der
Freien Bühne Neuwied zog im Hüttenhaus die jungen Leute in ihren
Bann.
Gespielt von Svenja Bungarten, Nadine Fischbach, Isabella Heller,
Trang Le Quynh, Teresa Scherhag, Niklas Brubach, Johannes Krobbach,
Moritz
Lindenau, Sebastian Neudeck und Sebastian Schilasky und unter der
Regie von
Boris Weber boten sie - jugendgerecht
aufbereitet
- die Irrungen und Wirrungen junger Herzen
dar und
machten damit mächtig Eindruck.
Die Hauptpersonen sind jung, unangepasst und leidenschaftlich
- Jugendliche mitten in der Pubertät. Sie
begehren
gegen die enge Welt der Erwachsenen auf, stoßen dabei schmerzlich an
gesellschaftliche Grenzen. Erstaunlich war die Aktualität von Frank
Wedekinds Stück. Das über 100 Jahre alte Werk "Frühlings
Erwachen"
wurde umgedeutet, aktualisiert und der Jetztzeit angepasst.
Herausgekommen
ist ein "gezähmter" Wedekind, der eigentlich nach kraftvollem Beginn
im
Triebhaften hängen bleibt, der Geschlechtliches als "freches Wühlen
im
Triebhaften" begreift. Das war nun im Hüttenhaus anders, und darum
verfehlte
es seine Wirkung nicht. |