Hellerthaler-Zeitung vom 25.11.2009

Schüler aufs Berufsleben vorbereiten
Engagierte Pädagogen an der Kopernikusschule bieten vielfältige Unterstützung an

Neunkirchen. Die Hauptschulen müssen immer neue Herausforderungen bewältigen, wollen sie in Zukunft Bestand in der nordrhein-westfälischen Schullandschaft haben. Die Kopernikusschule in Neunkirchen, die seit Jahren für ihr besonderes Engagement bei dem Bestreben, allen Schülern einen guten Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen, bekannt ist, hat sich frühzeitig auf die neue Situation des Nachmittagsunterrichts eingestellt und in Zusammenarbeit mit der Gemeindejugendpflege eine Über-Mittag-Betreuung zunächst im Jugendtreff angeboten.

Seit Anfang dieses Jahres werden die Schüler in der Kopernikusschule über die Mittagszeit hinaus betreut. Dies umzusetzen erforderte schon einige Überlegungen, schließlich konnten die Kommunen nicht so schnell auf die Änderungen des Landes-Schulministeriums reagieren – die Planung einer Mensa bedarf doch einiger Zeit, in Neunkirchen erfahrungsgemäß  oft noch etwas länger als in anderen Kommunen.  Bis die nun vorgesehene Mensa in der Kopernikusschule fertig sein wird, werden die rund 30 Schüler, die das Angebot zurzeit nutzen, in den Räumen der Schulküche verköstigt. Keine dauerhafte Lösung, wie Schulleiter Heinrich Beck deutlich machte. Die Schulküche wird regelmäßig für den Unterricht genutzt, und für einen Ausbau, um mehr Schüler hier zu verköstigen, sind nicht genügend Räume da. Bis die schuleigene Mensa fertig sein wird, geht die Essensversorgung in diesem Bereich aber ganz gut. Wichtig ist der Schule, dass sich die Schüler individuell entscheiden können, ob sie zum Essen in der Schule bleiben. Es gibt keine Verpflichtung, jeden Mittag dort zu essen.

Im Anschluss an das Mittagessen werden die Schüler bis 15 Uhr auf freiwilliger Basis verbindlich betreut. Zunächst werden die Hausaufgaben gemacht, und hier ist die Förderung ein wesentlicher Aspekt. Studenten der Uni Siegen kommen montags bis freitags zur Kopernikusschule und unterstützen die Schüler beim Lernen und bewältigen der Aufgaben. Finanziert wird die Über-Mittag-Betreuung an der Kopernikusschule über das Landesprogramm „Geld oder Stelle“. Bei den Schülern, vor allem der jüngeren Jahrgänge, kommt die Betreuung durch die Studenten sehr gut an.

Mit der Über-Mittag-Betreuung einschließlich einer warmen Mahlzeit ist es aber noch lange nicht getan mit den besonderen Angeboten an der Neunkirchener Hauptschule. Rund 40 Schüler der Klassen 9 und 10 nehmen am Landes-Modellprojekt „Ein-Topf“ teil, das gezielt Kompetenzen der Schüler fördert mit Zielrichtung auf die spätere Berufswahl. Seit einiger Zeit steht den Schülern zusätzlich der „Berufseinstiegsbegleiter“ Dirk Gaumann zur Verfügung. Als Ratgeber, Mutmacher und Antreiber unterstützt er gezielt und individuell den Übergang von Schule zum Beruf einzelner Schüler. Dazu gehört neben dem Kommunikations- und Bewerbungstraining auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und den zahlreichen öffentlichen Angeboten, die bei der Berufsorientierung ebenso helfen wie beim finden einer Ausbildungsstelle

An der Kopernikusschule leisten Schulleitung, Lehrer und Förderverein somit eine ganze Menge, um den Schülern über den Schulabschluss hinaus eine Perspektive zu bieten. Als nächstes sollen nun, so Beck, die Kontakte zu den örtlichen Unternehmern intensiviert werden, um den jungen Leuten so früh wie möglich einen realistischen Einblick in die Arbeitswelt zu bieten. Letztlich profitieren auch die Unternehmen von einem engen Kontakt zur Schule, schließlich können sie so auf direktem Weg vermitteln, welche Anforderungen sie an Bewerber haben. Denn es nutzt ja nichts, wenn das vermittelte Schulwissen im praktischen Berufsleben überhaupt nicht umzusetzen ist. mom